Am 10. Februar 2012 · Kommentare deaktiviert für Kochkurs in Chiang Mai
Endlich ist es soweit: Heute machen wir den ersehnten Kochkurs, auf den wir uns uns schon so lange gefreut haben. Morgens um halb neun treffen wir uns in der Kochschule mit den Portugiesen. Ebenfalls mit von der Partie ist ein französisches Pärchen. Wir sind also eine nette kleine Gruppe und nachdem sich unsere Köchin vorgestellt hat, stellt sich jeder sein eigenes 5-Gänge-Menü zusammen und wir gehen erst mal alle zusammen auf den Markt und kaufen ein paar Zutaten, die wir heute brauchen werden. Wir erfahren alles über die vielen verschiedenen Reissorten und auch sonst noch einiges, was an dieser Stelle aber zu viel wäre, um es aufzuschreiben.
Anschließend fahren wir aus der Stadt hinaus aufs Land und kommen bei der kleinen Farm an, auf der wir uns für heute ausschließlich mit kulinarischen Gaumenfreuden beschäftigen werden. Wir sehen uns die Farm an, bevor es in den Garten geht und wir alle Zutaten gezeigt bekommen, die heute in unser Essen kommen.
Dann geht es zurück und wir erhalten unseren Willkommensgruß. Die Vorspeise besteht für jeden aus einem Salatblatt. Hinein kommt je ein Stück Ingwer, Zwiebel, Chili, Limette, Erdnuss und Kokosraspeln. Darüber noch ein halber Teelöffel Honig. Das Salatblatt einfach zusammenklappen, kurz die Masse ein bisschen bewegen und in einem Stück in den Mund stecken. Eine Geschmackssensation, weil die Aromen im Mund alle gleichzeitig explodieren. Sehr lecker!
Es geht endlich los! Der erste Gang. Erst mal kleinscheiden, danach in den Wok und die Reihenfolge des Anbratens beachten.
Und voila! Fertig sind unsere ersten zwei Gerichte. Für mich, Hühnchen mit Cashew-Nüssen, für Fabian das leckere Pad Thai (eine Art Bratnudeln) ebenfalls mit Hühnchen.
Weiter geht’s zur Vorspeise
Ich entscheide mich für Frühlingsrollen, Fabian macht den beliebten Papayasalat. Für die Frühlingrollen muss ich erst die Füllung anbraten.
Wie das mit dem Falten geht, könnt ihr hier
ansehen. Zum Schluss noch zum frittieren in den Wok und: Fertig 🙂
Für den Papayasalat, ebenfalls erst schnibbeln, danach im Mörser alles durcheinanderbringen, anschließend genießen!
Anschließend bereiten alle ihre eigenen Currypasten zu.
Danach steht wieder jeder an seiner Kochstelle und folgt den Anweisungen für das hinzufügen der einzelnen Zutaten. Wir bereiten also Curry, Suppe und Nachtisch vor, bevor wir alles gleichzeitig essen.
Leider haben wir nur mein Menü fotografiert, bevor ich es aufgegessen habe. Fabian’s sah aber auch sehr lecker aus.
Dieser Tag war auf jeden Fall schon jetzt ein Highlight unserer Reise!
Am 9. Februar 2012 · Kommentare deaktiviert für Busreise nach Chiang Mai
Mal wieder 12 Stunden Busreise liegen vor uns. Abends um 18 Uhr geht es los und gegen 6 Uhr morgens sollen wir ankommen. Diesmal haben wir zum ersten mal keine bestimmten Sitzplätze und es gilt das Prinzip „wer zuerst drin ist“. Wir ergattern zwei Sitze oben. Beim Kauf der Tickets wird mit einem Foto des Busses geworben, welches vor etwa zehn Jahren gemacht worden sein muss. Damals war der Bus bestimmt noch ein VIP Model, wie es auch der Aufkleber auf der Seite anpreist. Nun ja, nach einigen Fahrten sind jetzt die Sitze soweit durchgesessen, dass sowohl auf der Sitzfläche als auch in der Rückenlehne die Metallstreben deutlich zu spüren sind. Die Einsteller für das Gebläse über unseren Köpfen sind nicht mehr vorhanden. Wir stopfen zwei Plastiktüten in die Löcher, um von der Klimaanlage nicht eingefroren zu werden. Jedes mal, wenn jemand auf der Toilette war, durchströmt anschließend eine zarte Brise den Bus, die sich gegen Ende permanent im ganzen Bus verteilt hat. Wir machen zwei Stopps und die Fahrt kommt uns ewig lange vor. Neben uns sitzt ein nettes Pärchen aus Portugal. Die beiden sind für zehn Monate unterwegs und wir können uns gegenseitig noch Tipps geben. Gegen halb sieben Uhr morgens kommen wir dann etwas übermüdet an und werden vom Bushalteplatz mit einem der beliebten Pick-Ups, zusammen mit allen anderen Touristen an Bord, in die Altstadt gefahren.
Ankunftstag in Thailands Norden
Der erste Tag im Norden verläuft sehr entspannt. Wir treffen uns mit den beiden Portugiesen, suchen erst mal aus der Fülle der Flyer von Kochkursangeboten unsere Favoriten aus. Natürlich haben wir vorher schon ein bisschen im Internet recherchiert und uns erkundigt. Als wir dann einen bestimmten Flyer in der Hand haben, kommt zufällig der Besitzer des Hostels vorbei und meint: „Wenn ihr dort bucht, dann bekommt ihr einen Rabatt, das sind Freunde von mir.“ Somit wurde uns die Entscheidung sehr erleichtert.
Wir treffen uns am Abend wieder, um gemeinsam einen Meditationskurs bei Mönchen zu besuchen. Zuerst dürfen wir uns eine halbe Stunde mit den Mönchen unterhalten und anschließend werden wir in die Techniken der Meditation eingewiesen. Eine nette Erfahrung, aber für uns nicht wirklich hilfreich fürs Leben 🙂 Lustig finden wir die Tatsache, das Mönche keine Frauen berühren dürfen, sich aber unbedingt noch mit mir fotografieren lassen wollen…
Am 6. Februar 2012 · Kommentare deaktiviert für Myanmar – ein besonderes Land
Wie soll man ein Land beschreiben, das so anders ist, als alles was man bisher gesehen hat? Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. In einigen Orten gibt es mehr Pferdewagen als Autos, wie auch in Thailand und Malaysia scheinen sehr viele ein eigenes Moped zu haben, eigene Autos hat fast niemand. Die LKWs und Personentransporter kommen über das Baujahr 79 kaum heraus, damit erübrigt sich auch die Frage nach G-KAT, Partikelfilter und Umweltplakette in der Windschutzscheibe. Obwohl hier Rechtsverkehr herrscht, haben die Fahrzeuge das Lenkrad mal auf der rechten, mal auf der linken Seite. Die Busbegleiter dienen bei einem Rechtslenkerbus als „Überholauge“ und sagen dem Fahrer Bescheid, wenn er ausscheren kann. Auf den Straßen regieren das Chaos und der, der am lautesten, längsten oder am meisten hupt. In der ehemaligen Landeshauptstadt sehen wir nur an den ganz großen Kreuzungen Ampeln. Überall sonst gilt: wer zuerst kommt… Vielleicht ist das auch gut so, denn nirgendwo haben wir so viele Stromausfälle, manchmal mehrere pro Tag, erlebt.
Die Menschen in fernen Ländern sind anders und sie sehen auch anders aus 🙂 Die Männer und Jungs tragen hier beispielsweise Röcke und wenn sie einen anlächeln, sehen Sie aus wie Vampire. Das ist kein Scherz! Und man muss aufpassen, denn sie spucken ihr „Blut“ einfach überall hin, mitten auf die Straße, inklusive Ekelgeräusch des „Rotzehochziehens“. Diese rote Masse ist hier wohl so beliebt, wie es in Peru die Kokablätter sind. Es stinkt eklig, wenn jemand in unmittelbarer Nähe steht und es lässt die Zähne quasi verfaulen. „Betel“ heißt wohl die Mischung aus Pflanzenblatt, ein paar Krümeln Tabak und eben dieser besonderen Pflanze. Sie verfärbt den ganzen Mund rot. Nach dem Geruch zu urteilen, kann das unmöglich schmecken und wenn man die Zähne der Herren so betrachtet, hat man auch gar keine Lust es zu probieren. Bei den Mädels ist das Zeug zum Glück nicht so beliebt. Sie tragen meistens lange Röcke und ein farbig abgestimmtes Oberteil dazu. Alle haben schwarze Haare und meistens zum Zopf gebunden oder hochgesteckt. Ach ja und sie lassen die Haare so lange wachsen, bis sie verheiratet sind und dann schneiden sie sie kürzer.
Wie in vielen asiatischen Ländern gilt auch hier die weiße Hautfarbe als besonders schön. Deshalb ist man auf die Idee gekommen seine Haut vor der Sonne zu schützen. Neben Hüten und Sonnenschirmen haben die Menschen hier eine ganz bestimmte Paste, von der sie sich den Effekt unserer wunderbaren LSF 45 Sonnencreme erhoffen. Die Paste wird aus einer speziellen Holzsorte gewonnen. Dann wird sie je nach Geschmack im Gesicht verteilt um die Haut heller erscheinen zu lassen, sich vor der Sonne zu schützen und Falten zu verhindern. Manche sehen aus wie Clowns, weil sie einfach zwei große gelbe Punkte auf den Wangen haben. Andere schmieren sich das Gesicht komplett und ganz dick damit ein.
Was wir in diesem Land sehr vermisst haben, sind kulinarische Highlights. Zwar hatten wir einen guten Maissalat und auch die Tomatensalate haben gut geschmeckt, aber die gab es leider nicht überall. Ansonsten schmeckte das Essen eher fad, wenig gewürzt und war sehr fettig. Hinzu kommt, dass die Straßenstände auf Grund der „anderen“ Gerüche sehr stark von Fliegen frequentiert werden und man nicht so viel Lust darauf hat etwas zu probieren.
Am meisten belastet hat uns allerdings die Luft. Das ganze Land hängt unter einer riesigen Rauchglocke. Wir hatten zu keiner Zeit, an keinem Aussichtsplatz eine freie Sicht. Und das liegt nicht an irgendwelchen Seen oder hoher Luftfeuchtigkeit. Wir erklären es uns folgendermaßen: Eine Ursache sind Abgase von Bussen, LKW und Mopeds, dann kommt noch hinzu, dass viele Straßen noch nicht komplett asphaltiert sind und somit sehr sehr staubig. Eine weitere Ursache ist wohl vor allem die fehlende Energieversorgung und die nicht vorhandene Müllverarbeitungsindustrie. Für jede Mahlzeit muss ein Feuer gemacht werden, nicht nur in den Privathütten sondern auch in allen Restaurants und an allen Straßenständen und das sind wirklich viele. Falls sich dann die Menschen doch entscheiden, einen Teil des herumliegenden Mülls (der vorrangig aus Plastik besteht) mal beiseite zu kehren, dann wird er auch verbrannt. Alle, die die ehemalige DDR noch aus den Zeiten der vielen Schornsteine und W50`s kennen, die können sich ein ungefähres Bild machen. Es fällt schwer zu atmen und nach einem Tag an der Luft ist einfach alles dreckig und staubig. Nicht nur man selbst fühlt sich grau, man sieht es auch überall. Die Blätter der Bäume entlang der Straße sind staubig, sandig und grau.
Das von uns öfters erwähnte Problem mit den Unterkünften macht uns nach drei Wochen auch ganz schön platt. Abgesehen von dreckigen Zimmern, Bädern und Handtüchern hatten wir auch nur ein mal ein Zimmer, wo man aus dem Fenster schauen bzw. dieses öffnen konnte. An Ausschlafen war nie zu denken, denn entweder kam der Bus mitten in der Nacht an oder fuhr früh morgens los, oder aber es gab schon früh morgens eine solche Geräuschkulisse, dass man einfach aufwachen musste. Entweder war es eine Küche im Nebengebäude, Fahrzeuge oder Mönchsgesänge, die durch das ganze Viertel hallten.
Die Englischkenntnisse der meisten Einwohner reichten leider nicht aus, um über die aktuelle politische Lage zu sprechen. Da haben wir nur einen erwischt. Er erzählte uns, dass das ganze Land seine Hoffnung in Aung San Suu Kyi legt. Sie ist mittlerweile aus der Gefangenschaft entlassen worden und darf im Moment an einigen Entscheidungen mitwirken. Im April kann ihre Partei erstmals ins Parlament gewählt werden, aber die eigentliche große Wahl findet erst in vier Jahren statt und bis dahin wird wohl noch eine Menge Wasser den Yangon hinunter fließen. Und wenn sie dann noch lebt, so sagt man uns, wird sie bestimmt auch endlich Präsidentin werden.
Zum Schluss können wir sagen, dass auch in diesem Land alle Menschen sehr freundlich zu uns waren. Sehr angenehm ist auch, dass die Kinder, wenn sie „Hello“ rufen, es auch einfach so meinen. Man kann einfach lächeln, winken und dann freuen sich beide. Es hat uns niemand angebettelt, obwohl es sehr zu erwarten wäre. In den Hotels konnten einige sogar „Guten Tag“ und ein paar weitere Wörter auf Deutsch sagen. Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt. Als Tourist ist man hier noch einer von wenigen (unter vielen Franzosen) und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das ändert. Wir haben sogar Geschenke bekommen: Ein LKW Fahrer streckte im Vorbeifahren eine Mandarine aus dem Fenster, ein anderer schenkte und ein Stück Apfel und ein Hotelangestellter zwei kleine Anhänger zum Andenken an Myanmar.
Dieses Land würden wir nicht unbedingt für den Erholungsurlaub empfehlen. Wer jedoch eine kleine Zeitreise unternehmen will und sich traut auf jeglichen westlichen Standard zu verzichten, der wird hier sein Abenteuer finden können. In jedem Fall würde eine Atemmaske einiges angenehmer machen. So ganz können wir die überschwängliche Begeisterung anderer Reisender also nicht nachvollziehen. Es gibt definitiv schöne Flecken hier aber man findet kaum saubere Luft oder saubere Unterkünfte, was auf Dauer doch sehr anstrengend ist. Vielleicht geht es aber dem ein oder anderen so wie einem Franzosen, der uns auf die Frage, warum es ihm hier so gut gefällt folgende Antwort gab: „Ich bin ein großer Fan von Indien. Hier ist es genauso dreckig wie in Indien, und deshalb fühle ich mich hier sehr wohl.“
Na dann, Indien wir kommen bald!
Noch ein paar abschließende Kuriositäten:
Am 5. Februar 2012 · Kommentare deaktiviert für Zurück in Yangon
Wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen, wollen wir endlich mal wieder etwas leckeres essen. Wir entscheiden uns für einen Pizzaladen, der anscheinend nach Originalrezepten aus Italien Pizza macht. Die Vorfreude ist riesig und wir warten gespannt auf unsere Pizza Caprese. Als diese auf den Tisch kommt, schauen wir erst mal ungläubig auf unsere Teller. Die Pizza erweist sich als gebackener Pizzateig, auf den danach dann die Tomaten, Basilikum, Mozzarellakäse, Olivenöl und Oregano verteilt wurde. Die einzelnen Zutaten schmecken zwar alle gut, aber ohne Tomatensoße und kalt schmeckt es dann doch nicht so wie wir es uns erträumt hatten. Es soll einfach nicht sein mit dem Essen hier.
Abends werfen wir noch einen Blick auf die berühmte und 2500 Jahre alte Shwedagon Pagode, die man als Myanmarbesucher gesehen haben sollte. Wir begnügen uns mit der Außenansicht.
Damit haben wir in Myanmar alles gesehen was wir sehen wollten und mehr erlebt und gesehen als wir uns vorstellen konnten. Morgen haben wir noch einen Erholungstag und dann geht es zurück nach Thailand, wo wir unsere Schlaf- und Essensspeicher wieder auffüllen werden.
Am 3. Februar 2012 · Kommentare deaktiviert für Der Goldene Felsen
Eine der für uns letzten Attraktionen von Myanmar steht heute auf dem Programm: Der Goldene Felsen. Für die Einheimischen ist dieser eine wichtige Pilgerstädte, zu der man mindestens ein mal im Leben gehen sollte. Für uns ist es ein weiteres Abenteuer in diesem Land.
Sollten wir uns kürzlich über mangelnde Beinfreiheit in einem der lokalen Busse beschwert haben, so ziehen wir dies zurück, denn wir wissen nun, dass das damals ein Luxusbus war. Denn heute wartet auf uns ein Kleinlaster, auf dessen Ladefläche sechs Holzbalken als Sitzfläche befestigt sind und der erst losfährt, wenn sich mindestens 40 Personen an Board befinden. Dank einiger Kinder schafft es unser Transporter auf 50!
Es gibt fast keine Möglichkeit sich festzuhalten oder abzustützen und die Straße geht steil nach oben und die Kurven sind meist sehr eng. Man stößt ständig an seine Sitznachbarn und die Knie an den vorderen Balken. Zum Glück dauert die Fahrt nur etwa 40 Minuten.
Danach setzt sich der Weg ebenso steil und kurvenreich fort, jetzt allerdings zu Fuß. Es ist sehr warm, obwohl es heute (zum Glück) bewölkt ist. Oben angekommen muss zunächst ordentliche Kleidung angelegt werden, damit Buddha nicht beleidigt wird.
Am Ende des Pfades thront dann der hoch verehrte Goldene Felsen der Schwerkraft trotzend auf einem anderen Felsen. Schon für sich ein faszinierender Anblick, noch getoppt durch die Gläubigen, die diesen mit Blattgold vollkleben, anbeten und kleine Geldrollen unter ihn klemmen, weil es wahrscheinlich Glück oder Wohlstand oder beides bringen soll. Die Geldbündel die umfallen, werden sofort von einem Regierungsbeamten eingesteckt, und zwar in die eigene Tasche.
Wir verweilen ein wenig und machen es uns auf dem Rückweg auf einer kleinen Terrasse gemütlich, denn die Luft ist hier ganz erträglich und es gibt auch keinen Straßenlärm. Danach geht’s per Transporter wieder zurück in die Stadt und morgen sind wir schon wieder in Yangon, dem Start- und Endpunkt unserer Myanmarreise.
Am 1. Februar 2012 · Kommentare deaktiviert für Ein abenteuerlicher Tag
Heute ist mal wieder so ein Tag, wo wir morgens noch nicht wissen wo wir heute Abend sein werden. Wir haben es uns in den Kopf gesetzt, auf dem Weg zurück in Richtung Yangon noch die neue Hauptstadt zu besichtigen. Wir hatten ja bereits erzählt, dass ein Astrologe der Regierung empfohlen hatte, die Hauptstadt Yangon woanders hin zu verlegen. Laut Reiseführer existiert dort jetzt eine Geisterstadt, die bisher lediglich von den Reichen des Landes genutzt wird. Es gibt dort wohl keine wirklichen Touristenattraktionen, nur unglaublich teure Hotels und kaum Menschen. Erst 2005 wurde beschlossen, diese neue Stadt aufzubauen. Leider konnte uns bisher noch nirgends jemand sagen, ob unser Plan überhaupt umzusetzen ist, aber wir wollen es versuchen.
Morgens um sieben nehmen wir wieder ein Taxi zurück nach Mandalay. Dort kaufen wir die Tickets für den Bus in die neue Hauptstadt, die übrigens Nay Pyi Taw heißt. Es spricht wieder mal keiner Englisch, aber mit vielen Gesten klappt es dann doch. Leider ist der nächste Bus schon voll und wir müssen noch fast zwei Stunden warten. Also trinken wir erst mal einen Kaffee in einer gepflegten Teestube.
Nach etwa vier Stunden kommen wir, als einzige Touristen, in der Hauptstadt an. Wir steigen aus dem Bus aus und sind sofort von einer Menschentraube umzingelt. Manche bieten uns (auf birmanisch) ihre Taxidienste an, andere wollen einfach nur sehen wer sich denn hierher verirrt hat, denn es kommen kaum Touristen in diese Stadt. Wir finden einen Taxifahrer der uns zumindest auf Englisch begrüßen kann und uns die Preistafel für Taxifahrten unter die Nase hält. Für birmanische Verhältnisse unglaublich teure 15 Euro pro Stunde kann man sich durch die Stadt fahren lassen. Wir erklären ihm also, dass er uns eine Stunde herumfahren soll, und wir nach dieser Stunde an einem anderen Busterminal ankommen müssen, damit wir einen Bus weiter in den Süden nehmen können. Er gibt vor uns verstanden zu haben wir fahren in einem hochmodernen Taxi (d.h. mit Klimaanlage und Taxameter) los.
Es ist wirklich eine Geisterstadt. Es gibt zwei- bis achtspurige Straßen (pro Richtung!), aber so gut wie keine Fahrzeuge oder Menschen. Neben den Straßen gibt es schöne Grünanlagen und alles wirkt noch relativ sauber und gepflegt. So sind auch die meisten Menschen, die wir sehen damit beschäftigt, die Bepflanzungen zu pflegen. Wir fahren an großen Hotelanlagen vorbei, an Wohngebieten in denen keine Menschen zu sehen sind und am Regierungsviertel mit den zahlreichen Ministerien. Auf der Straße gibt es immer nur vereinzelt mal ein Moped oder ein Auto. Wahrscheinlich hat es die Regierung nicht mehr ertragen können, das Elend der eigenen Bevölkerung in Yangon zu sehen und hat sich hier eine eigene, schöne Welt, möglichst weit weg vom eigenen Volk, aufgebaut.
Natürlich musste auch hier nach dem großen Vorbild in Yangon eine Pagode gebaut werden. Etliche Tonnen Gold sind darin verarbeitet, als ob man mit dem Geld nicht Wichtigeres hätte anstellen können.
Auf dem Weg zum Zielpunkt sehen wir noch eine Gruppe von Frauen, die gerade mit Besen die vierzehn Spuren der Straße säubern!
Nach einer Stunde und zehn Minuten erreichen wir den Busbahnhof. Leider hat sich unser Taxifahrer als völlige Englischniete herausgestellt, sodass unsere Fragen unbeantwortet blieben und wir auch nichts über die Stadt erfahren haben. Dafür sind wir froh, als wir erfahren, dass unser Plan aufgeht und wir heute noch einen Bus für die Weiterfahrt nehmen können. Schon in eineinhalb Stunden soll es losgehen. Doch erst mal müssen wir noch Papierkram erledigen und der Busticketverkäufer verschwindet für fast eine halbe Stunde mit unseren Ausweisen. Unser Taxifahrer sitzt noch immer bei uns. Wieso wissen wir nicht, denn er kann es uns ja nicht sagen. Als er dann irgendwann geht, wissen wir es. Er möchte jetzt, dass wir ihn für zwei Stunden bezahlen. Wir halten es erst für einen Scherz und strecken ihm einfach das Geld für eine Stunde – wie vereinbart – hin, doch er nimmt es nicht an und besteht auf die Bezahlung für zwei Stunden, eine davon ist er nur rumgesessen. Er schaltet den Busticketverkäufer als Übersetzer ein und wir diskutieren bestimmt zehn Minuten hin und her, bis er dann das Geld doch annimmt und beleidigt davonzieht. Wir fanden das angesichts des ohnehin schon viel zu hohen Preises doch ganz schön dreist.
Eine Stunde später sitzen wir dann in einem wieder ziemlich abgewrackten Bus. Bei der Fahrt aus der Stadt hinaus stellen wir erstaunt fest, dass auch hier, wo kaum Leute wohnen, die Stadt im Rauch versinkt. Der Staub, der Gestank und das Gewürge/Gerülpse/Ausspucken der anderen Fahrgäste im Bus macht uns heute doch etwas zu schaffen. Vielleicht war es einfach ein zu langer Tag oder besonders Viel heute, aber vermutlich schlagen uns der ganze Dreck und Gestank, das nicht so gute und immer fettige Essen und die schmuddeligen Gästehäuser langsam aufs Gemüt. Wir freuen uns darauf, bald wieder in Thailand zu sein.
Am 31. Januar 2012 · Kommentare deaktiviert für Pyin U Lwin
Ein Taxi, welches wir uns mit zwei Einheimischen teilen, bringt uns in zwei Stunden nach Pyin u Lwin. Es geht die meiste Zeit bergauf, der Fahrer hält zwei mal an um im Motorraum an etwas herumzuschrauben und die ganze Fahrt über atmen wir Abgase ein, die direkt ins Auto hinein zu strömen scheinen. Als wir ankommen stinken unsere Klamotten danach und uns ist ganz schön schummrig. Noch schummriger wird es, als wir unser Hotelzimmer vorfinden. In keinem anderen Land herrschte so ein schlechtes Verhältnis zwischen Preis und Qualität. Wir legen unsere Sachen ab und gehen erst mal etwas Essen. Auch in dieser kleinen Stadt finden wir den gleichen Gestank und Dreck vor. Während der Suche nach einer anderen Unterkunft wird uns beiden kurz nacheinander ziemlich übel und wir verbringen der Rest des Tages im Hotel, das diesen Namen eigentlich nicht verdient. Wir haben uns wohl was eingefangen und warten darauf, dass die Zeit vergeht und es besser wird.
Der nächste Tag bringt die erhoffte Besserung und wir fühlen uns nicht mehr ganz so schwach. Wir laufen zum Bahnhof und wollen uns nach Zügen Richtung Süden erkundigen, aber der Mensch, der wahrscheinlich zum Bahnhof gehört, spricht kein Englisch. Also wieder zurück in die Stadt, wo wir ein anderes Hotel finden und sofort umziehen. Nach so viel Anstrengung müssen wir uns erst mal wieder hinlegen. Danach machen wir uns auf den Weg zum botanischen Garten, dieser soll nur 20 Minuten entfernt sein. Nach fast einer Stunde kommen wir dann auch schon an. Hier ist es wirklich schön. Es gibt natürlich viele Pflanzen, ein paar Vögel, einen Aussichtsturm und vor allem mal ein bisschen frischere Luft und auch viel weniger Lärm. Wir genießen das besonders und machen uns am späten Nachmittag wieder auf den Rückweg. Ein Kutschenfahrer erleichtert uns den Rückweg in die Stadt.
Der kleine Ausflug nach Pyin U Lwin war ganz nett, hauptsächlich dank dem botanischen Garten, aber ansonsten gibt es dort nicht so viel zu tun oder zu entdecken.
Am 29. Januar 2012 · Kommentare deaktiviert für Mandalay
Eine sechsstündige Busfahrt bringt uns nach Mandalay. Im Hotel schließen wir uns mit einem Chinesen für ein Dreierzimmer zusammen, denn die Hotels sind hier ganz schön teuer. Gleich darauf machen wir uns mit ihm auf den Weg, und besteigen den Mandalayhill, einen Aussichtspunkt, auf dem es natürlich auch jede Menge Tempel gibt, Die Stadt sieht man kaum, denn auch hier ist es sehr diesig von dem vielen Rauch. Es wundert uns sehr, denn die ganze Stadt ist von riesigen Grünflächen umgeben und trotzdem ist die Luft so schlecht. Abends finden wir ein leckeres, indischen Straßenrestaurant und essen uns zu zweit für nur einen Euro satt. Die Bestellung ist auch so eine Sache für sich. Die Bedienung versteht kein Englisch und kann auch die birmanische Bezeichnung nicht lesen. Mit drei Kellnern im Verbund klappt es dann aber.
Die Straßen hier sind recht chaotisch, denn sie sind auch für die Fußgänger gedacht, da die Gehwege völlig zugestellt sind. Auch hier ist es wieder sehr dreckig, staubig und laut. Trotzdem gibt es auch hier wieder Interessantes, z.B. die wohl kleinste Tankstelle der Welt.
Am nächsten Tag steht eine Tagestour in die nähere Umgebung auf dem Programm. Zusammen mit dem Chinesen und zwei weiteren Reisenden, chartern wir einen kleinen Pickup, der uns heute von Stadt zu Stadt fahren wird. Es sind alles ehemalige Hauptstädte und wieder übersät mit Tempeln. Gleich bei der ersten Tempelanlage noch in Mandalay selbst, wollen sich etwa zehn Mädels und ein Junge mit Nicole und manchmal auch mit mir fotografieren lassen. Sie machen einfach Fotos mit uns, stellen uns aber gar keine Fragen. Wir findens lustig und machen natürlich mit.
Ein Highlight ist noch die längste Teakholzbrücke der Welt, die aber eigentlich gar nicht sooo besonders ist. Die Umgebung ist allerdings ganz nett, denn man sieht viele Fischerboote und Landwirte bei der Bestellung der Reisfelder mit einem Ochsenkarren.
Wir laufen einmal drüber und danach geht es zu einem nahegelegenen Kloster, wo hunderte von Mönchen zu Mittag essen, beobachtet von unzähligen Touristen, die sich auch noch als Reisschöpfer betätigen können. Wir verstehen überhaupt nicht was das ganze soll, denn in jeder Kantine kann man das gleiche Prozedere beobachten.
Die restlichen „Highlights“ halten sich in Grenzen, denn nach den vielen Tempeln in Bagan hat man eigentlich genug davon gesehen. Auf einer Insel werden wir noch mit einem Pferdekarren herumgefahren und besteigen zum Schluss einen ziemlich schiefen Turm mit gerader Spitze.
Bevor es für den Sonnenuntergang noch einmal zur Brücke geht, kauft Nicole einem kleinen Mädchen noch einen neuen Sonnenhut ab.
Wir essen wieder beim Inder auf der Straße zu Abend und morgen geht’s nach Pyin U Lwin, wo wir dem Gestank und Dreck der Stadt zu entkommen hoffen.
Im Album gibt es noch mehr Bilder.
Am 27. Januar 2012 · Kommentare deaktiviert für Bagan – das Tempelparadies
Die Landschaft rund um Bagan hat vor allem eins zu bieten: historische Tempelanlagen soweit das Auge reicht. Zählt man die ganz kleinen mit, kommt man auf um die 4000 Tempel auf einer relativ kleinen Fläche. Es ist natürlich unmöglich alle anzusehen und eigentlich auch nicht nötig, da sie sich für den Laien alle sehr ähneln. Wir leihen uns Fahrräder und radeln los. Hier und da halten wir an, schauen einen Tempel an, klettern hinauf wo es möglich ist und sind erstaunt über die vielen Spitzen der Pagoden und Stupas, die hier in den Himmel ragen. An den größeren Tempeln gibt es immer viele Händler, die einem Souvenirs andrehen wollen. Überall gibt es das Gleiche und man ist bald ein bisschen genervt.
Nach dem Mittagessen müssen wir feststellen, dass wir auch heute wieder Pech mit einem der Fahrräder haben. Bei Nicole’s Fahrrad ist der vordere Reifen platt, aber zum Glück ist eine kleine Werkstatt in der Nähe und der Fachmann tauscht für einen Euro einen kleinen Schlauch am Ventil aus. Drei Minuten später ist die Luft wieder raus und dieses Mal prüft er den Schlauch und entdeckt fünf Löcher. Für nochmal 2,5 Euro werden diese repariert und somit haben uns die Reparaturen mehr gekostet als die Miete für die beiden Fahrräder 🙂
Auf dem Rückweg machen wir es uns auf einem Tempel gemütlich und beobachten den Sonnenuntergang.
Danach kommen wir völlig verstaubt und zugehupt wieder in unserem Gästehaus an. Mit dem Hupen in Myanmar verhält es sich ungefähr wie folgt. Grundsätzlich wird an übersichtlichen Stellen, beim Überholen und auch einfach mal so gehupt. Am besten ist es, wenn beim Überholen auch noch ein Fahrzeug entgegenkommt. Es hupt zunächst derjenige, der gleich überholen wird, um alle zu warnen. Der Entgegenkommende hupt zurück, um den Überholenden zu warnen, bloß nicht zu weit auf dessen Spur zu kommen. Der Überholende bestätigt hupend die Warnung und warnt nochmals alle in der näheren Umgebung. Nach dem Überholvorgang beglückwünschen sich die beiden wiederum hupend zum erfolgreichen Überholvorgang und verabschieden sich dann hupend voneinander. So oder so ähnlich muss es wohl sein. Wir fragen uns, ob es hier überhaupt zu Unfällen kommt, denn so viel wie hier gehupt wird, dürfe eigentlich nichts passieren. Eine weitere Plage für Fahrradfahrer sind die Auspuffrohre, die direkt auf Kopfhöhe enden und einem die ungefilterten Abgase direkt in die Lunge schießen.
Nichtsdestotrotz machen wir uns auch am zweiten Tag nochmals mit dem Fahrrad auf den Weg. Heute fahren wir eine relativ ruhige Straße entlang und können das Radeln in der schönen Umgebung richtig genießen. Wir schauen nochmal ein paar Tempel an und genießen die letzten Stunden in der Natur, bevor es morgen nach Mandalay geht, der zweitgrößten Stadt des Landes.
Jede Menge Tempelbilder und mehr gibt’s im Album.
Am 25. Januar 2012 · Kommentare deaktiviert für Eine abenteuerliche Busreise
Nach zwei erholsamen Tagen am Inlesee fahren wir heute weiter nach Bagan. Bereits um 3:20 Uhr morgens klingelt der Wecker und pünktlich um vier Uhr wartet bereits ein Tuk-Tuk-Fahrer wie bestellt vor unserem Hostel. Es ist ganz schön kalt, aber wir sind gut eingepackt. Auf dem zweiten Bild das ist kein Schnee, sondern der übliche Staub und Rauch in der Luft.
Nach 30 Minuten erreichen wir die Kreuzung, an der um fünf Uhr der Bus vorbeikommen soll. Wir wurden ja vorgewarnt, dass es nur ein Lokal- und kein Reisebus sei, aber was da um halb sechs endlich eintrudelt, ist dann doch etwas überraschend. Unsere Rucksäcke werden aufs Dach gespannt und wir steigen ein. Die Holzsitze reichen von der einen Schulter bis zum Schulterblatt der anderen und zwischen dem eigenen Sitz und dem vorne dran ist gerade mal eine Handlänge Platz. Naja, sind ja nur 10 Stunden.
Nach 2 Stunden erreichen wir den Ausgangsort unserer Wanderung vor ein paar Tagen. Wir haben also gerade mal 50 Kilometer zurückgelegt und Knie und Rücken schmerzen schon. Gegen zehn Uhr wird es aber zumindest ein bisschen wärmer im Bus, und wir können die erste Jackenschicht ablegen. Die Qualität der Straße ist bestenfalls Feldwegniveau. Sie ist mal geteert, mal ungeteert, aber immer sehr holprig und der Bus schleicht nur so vor sich hin. Der Bus wird immer voller und als es keine richtigen Plätze mehr gibt, wird ein kleiner Plastikstuhl in den Gang gestellt.
Als wir Hunger bekommen, versuchen wir unsere Kekspackung aufzumachen, die so eng mit einem kleinen Gummi verschlossen ist, dass dieses sich kaum bewegt. Die einheimischen Mädels neben uns lachen sich schon kaputt und bieten uns an, die Tüte zu öffnen. Nach drei Sekunden ist die Packung auf, aber auch das Gummi zerstört. Einen Ersatz bekommen wir aber mit einem Lächeln auch noch überreicht.
Gegen 15 Uhr kommen wir dann ein wenig erschöpft am Zielort an. Eine Pferdekutschenfahrer bietet uns für zwei Euro seinen Dienst an, aber wir suchen dann doch lieber zu Fuß nach einer Bleibe. Nachdem diese gefunden ist, laufen wir in die Stadt, denn wir brauchen dringend etwas zu essen. Wir finden einen netten Laden in dem es gute Burger geben soll – genau das richtige für unsere leeren Mägen.
Der Besitzer ist sehr nett und zeigt uns, was er in seinen vier Stunden Deutschkurs schon alles gelernt hat. Wir lernen noch ein paar birmanische Worte und kommen ins Gespräch. Es erzählt uns, dass er das Restaurant leitet und seine halbe Familie dort mitarbeitet. Er hat vor ca. 10 Jahren angefangen in der Gastronomie zu arbeiten, damals für 2 Euro im Monat. Sein Chefkoch, ein guter Freund von ihm, bekommt von ihm einen besonders guten Lohn von 16 Euro im Monat. Unsere zwei Burger und drei Dosen Bier kosten 10 Euro. Wir werden wieder einmal sehr nachdenklich.
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